Aktueller Gemeindebrief
Gebaut aus lebendigen Steinen
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn wir gefragt werden: Was gehört zum Christsein dazu? Was hält unsere Gemeinden zusammen? Was ist unverzichtbar in unserer Kirche? Dann können wir die Grundlagen unserer Kirche benennen: Taufe, Bibel, Gebet, Abendmahl, Gemeinschaft, Diakonie.
Zusammengefasst in wenigen Versen zeichnet Lukas in der Apostelgeschichte 2, 42-47 die Grundlinien der ersten Gemeinde auf: Taufe, Lehre der Apostel, Gemeinschaft, Brotbrechen – das steht für die Mahlfeier – und Gebet. Und die Gemeinschaft der Güter und damit verbunden die Fürsorge für Bedürftige.
Die erste Gemeinde wird bei Lukas zum Vorbild für alle später gegründeten Gemeinden: keine Uneinigkeit, kein Streit, keine Ungewissheit, wie Kirche sich nun gestaltet, keine Unsicherheit, welche Hilfe Not tut. In der Apostelgeschichte des Lukas hört sich das ganz einfach an. Die erste Gemeinde, die erste Begeisterung, die erste Liebe!
Auch Lukas schaut schon auf die Zeit des Anfangs zurück, sein Evangelium entstand ca. 90 nach Christus, seine Apostelgeschichte 90-100 nach Christus. Er weiß auch von Streitigkeiten und ernsthaften Konflikten in der jungen Kirche. Davon hören wir in den späteren Kapiteln der Apostelgeschichte.
Auch als Gemeinde heute hören wir Jesu Ruf an uns: „Folgt mir nach!“ Oder wie im 1. Petrus 2,4-5 steht: „Kommt zu ihm! Er ist der lebendige Stein, der von den Menschen verworfen wurde. Aber bei Gott ist er auserwählt und kostbar. Lasst euch auch selbst als lebendige Steine zur Gemeinde aufbauen. Sie ist das Haus, in dem Gottes Geist gegenwärtig ist.“
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Auch uns gilt Jesu Verheißung: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ (Apg. 1,8)
Mit dieser Verheißung dürfen wir hier bei uns in unseren Gemeinden im Hören auf Gottes Wort, in der Feier der Sakramente, im Gebet und in der gelebten Nächstenliebe und Diakonie unseren Glauben leben und Gemeinschaft erfahren.
Was für ein Potential in unseren Gemeinden liegt, können wir nur ahnen. Jeder und Jede von Ihnen trägt Jesu Botschaft weiter, an dem Ort, an den Sie gestellt sind, in Familie und Nachbarschaft, in Beruf und sozialen Aufgaben.
Darum höre ich die Gemeindebeschreibung in der Apostelgeschichte des Lukas als Ermutigung, ganz konkret für unsere Gemeinden. Gottes Geist ist uns verheißen. Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.Jede und jeden persönlich ermutigt er, dabei zu bleiben und sich mit seinen Gaben einzubringen in die eine Kirche Jesu. Da werden unsere Fantasie und unser Mut, unser Zeugnis und unsere Tatkraft gebraucht.
Worte, die Jesu Liebe bezeugen und Taten der Nächstenliebe lassen sich nicht auseinanderdividieren. Als Christinnen und Christen mischen wir uns ein in das Geschehen um uns. Dazu gehören die Fürsorge für einen Menschen, der unsere Hilfe braucht und die gelebte Nächstenliebe; die Liebe für die Kinder, die uns anvertraut sind, und das Eintreten für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und bei uns Zuflucht suchen.
Mit mutigen Worten dürfen wir erinnern, dass vor Gott jeder Mensch gleich geachtet ist, ungeachtet seiner Hautfarbe und Volkszugehörigkeit.
Für die armen Länder müssen wir die Stimme erheben, wenn Wirtschaftsstrukturen und Handelsabkommen die Güter unter den reichen Ländern verteilen wollen. Die Schwachen und Benachteiligten in unserem Land brauchen Menschen, die für sie eintreten, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft bekommen.
In alledem sind wir lebendige Steine! Lebendige Steine der Gemeinde, sie ist das Haus, in dem Gottes Geist gegenwärtig ist.
Bleiben Sie begeistert! Bleiben Sie lebendig und gesegnet!
Pfarrerin Doris Schirmer-Henzler






